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Die Geschichte der Übersetzungslösungen von SDL

TRADOS, das seit der Übernahme durch SDL im Jahr 2005 unter dem Namen SDL Trados bekannt ist, wurde 1984 gegründet und ist seither Branchenführer im Bereich der Übersetzungstechnologien.

Die kontinuierliche Weiterentwicklung der innovativen und zuverlässigen Translation Memory-Software von SDL Trados sorgt dafür, dass mittlerweile mehr als 250.000 Übersetzer mit SDL Trados arbeiten. Dazu zählen freiberuflicher Übersetzer sowie Mitarbeiter in großen Unternehmen.

Daniel Brockmann und Matthias Heyn geben einen Rückblick auf 30 Jahre TRADOS. (19 Minuten)

Die Anfänge

TRADOS (TRAnslation & DOcumentation Software) wurde 1984 von Jochen Hummel und Iko Knyphausen in Stuttgart gegründet.

Zu Beginn hatte man mit TRADOS einen Sprachdienstleister (LSP) gründen wollen, um den Zuschlag für ein Übersetzungsprojekt von IBM zu erhalten.

Die 80er Jahre

Mitte der Achtzigerjahre war mit Computer Assisted Translation (computergestützte Übersetzung, CAT) eine neue Technologie auf dem Vormarsch, die der steigenden Nachfrage nach übersetzten Inhalten Rechnung tragen sollte. Übersetzer konnten mit der Vielzahl an Projekten, die ihre Kunden ihnen zutrugen, kaum noch Schritt halten. Es musste also eine Lösung gefunden werden, um die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage zu schließen. Hummel und Knyphausen erkannten den Bedarf an technologischer Unterstützung und begannen mit der Entwicklung einer Software, die diesem Problem entgegenwirken konnte.

Im Jahr 1988, als die ersten Translation Memory-Lösungen auf den Markt kamen, entwickelte TRADOS „TED“, eine rudimentäre Version von Translator's Workbench, heute Bestandteil von SDL Trados 2007. Etwa zur selben Zeit entschloss sich TRADOS zur Spaltung des Unternehmens, um sich voll und ganz auf die Entwicklung von Übersetzungssoftware konzentrieren zu können. Der Geschäftsbereich für Übersetzungsdienstleistungen wurde zu INK in den Niederlanden verlegt. Es dauerte noch eine Weile, bis sich TRADOS als Anbieter von Übersetzungstechnologie etablieren konnte. Doch erfolgreiche strategische Schachzüge wie beispielsweise die Umstellung auf Microsoft Windows als Software-Entwicklungsumgebung trugen zur raschen Marktpositionierung bei.

Die 90er Jahre

MultiTerm, eine heute als SDL MultiTerm bekannte Terminologiedatenbank, war 1990 das erste Produkt aus dem Hause TRADOS. Zwei Jahre später wurde die erste Version von Translator's Workbench veröffentlicht. Mitte der 90er Jahre begann TRADOS, die Expansion des Unternehmens voranzutreiben. Mit Matthias Heyn schloss sich ein Computerlinguist der Universität Stuttgart dem Unternehmen an. Er entwickelte mit TAlign, einer Vorgängerversion der SDL Trados 2007 Suite Komponente WinAlign, das erste Alignment-Tool auf dem Markt. Außerdem begann TRADOS mit zusätzlichen Standorten in Brüssel, Virginia, Großbritannien und der Schweiz ein Netzwerk internationaler Niederlassungen aufzubauen.

Der Markt für Übersetzungssoftware war in den 90er Jahren von großen technologischen Fortschritten geprägt. Nun, da nicht nur die Leistungsfähigkeit der Computer zunahm, sondern die Geräte darüber hinaus auch immer erschwinglicher wurden, wuchs auch die Bedeutung von CAT-Tools stetig. Neben den Zeiteinsparungen und Qualitätssteigerungen durch Translation Memory-Tools auf Desktop-Ebene sorgte das Internet für erhöhte Produktivität durch die gemeinsame Nutzung von Übersetzungsressourcen in Echtzeit über Server-Technologien. Die auf diese Weise rasant steigende Durchsatzrate bei der Lokalisierung versetzte Unternehmen in die Lage, auf neuen Märkten Fuß zu fassen und ihre Inhalte in der Sprache ihrer Kunden zu veröffentlichen.

Das neue Jahrtausend

Obgleich andere Anbieter von Übersetzungssoftware auf den Markt drängten, behielt TRADOS seinen hohen Marktanteil in der Übersetzungsbranche auch im neuen Jahrtausend. Die Übernahme von TRADOS durch SDL im Jahre 2005 ermöglichte es den beiden Marktführern, ihre produktbezogenen und technischen Fachkenntnisse zu bündeln und so für ihre Kunden noch umfassendere Lösungen mit einem stetig wachsenden Funktionsspektrum zu entwickeln.

Die Produktveröffentlichung SDL Trados 2007 Suite basiert auf 25 Jahren Forschung und Entwicklung: Die Suite verbindet zuverlässige Technologien mit innovativen neuen Funktionen wie der maschinellen Übersetzung (Beta-Version) und soll auch künftig zur Steigerung der Produktivität und somit zu einem noch kürzeren Übersetzungsprozess beitragen.

25 Jahre später

2009 kommt die Studio-Familie von SDL Trados-Produkten auf den Markt. Sie leitet die nächste Generation von Translation Memory-Software ein und revolutioniert damit die Arbeit von Lokalisierungsexperten grundlegend. Die Version SDL Trados Studio 2009 vereint nicht nur das Beste aus TRADOS und SDLX in sich, sondern profitiert auch vom tiefgreifenden Know-how aus ganzen 25 Jahren Übersetzungssoftware und von Investitionen in Höhe von über 100 Millionen $ in die Forschung und Entwicklung.
SDL Trados nach 25 Jahren

2010 bis 2013

Nach der Veröffentlichung von SDL Trados Studio 2009 folgte die Einführung von SDL OpenExchange, welches als erster App-Store für die Übersetzungsbranche mit großem Beifall auf dem Markt aufgenommen wurde. Bei SDL OpenExchange handelt es sich um eine einzigartige Open Industry-Plattform, die es externen Entwicklern und Übersetzern ermöglicht, Apps und Plug-Ins zu erstellen und zu vermarkten. Inzwischen bietet SDL OpenExchange Übersetzern mehr als 150 Apps.

2010 wird auch die nächste Version von SDL Passolo, unserem preisgekrönten Softwarelokalisierungs-Tool, veröffentlicht. Sie ist das Ergebnis unserer kontinuierlichen Innovationsarbeit und laufender Investitionen in unser Softwarelokalisierungs-Tool. SDL Passolo ermöglicht eine optimierte Integration in SDL Trados Studio 2009 und bietet außerdem Unterstützung für maschinelle Übersetzungs-Tools wie SDL Language Weaver.

Im Laufe des Jahres 2011 wird ein neues Kapitel in der Geschichte der CAT-Tool-Entwicklung geschrieben, und SDL Trados Studio 2011 kommt auf den Markt. Das auf der revolutionären Studio 2009-Version basierende SDL Trados Studio 2011 verändert den Übersetzungs- und Korrekturleseprozess von Übersetzungs- und Lokalisierungsexperten grundlegend. Das Tool ermöglicht eine optimierte Translation Memory- und Terminologienutzung bei gleichzeitig höherer Leistung und Produktivität. Darüber hinaus bietet es unzählige Raffinessen für eine Übersetzungserfahrung der Extraklasse.

Im September 2013 wurde SDL Trados Studio 2014 mit zahlreichen neuen Funktionen und einer neu gestalteten Oberfläche auf den Markt gebracht. Mit dem intuitiven, schnellen und intelligenten Studio 2014 werden eine neue Benutzeroberfläche, verschiedene Selbsthilfe-Tools und ein neues Alignment-Tool eingeführt. Dank zahlreicher neuer Apps in SDL OpenExchange bietet es sogar einen noch größeren Funktionsumfang, Kompatibilität mit Dateitypen von Drittanbietern und eine verbesserte Reporting- und Analysefunktion.

2013 wird auch eine neue Version der SDL-Kollaborationssoftware SDL Studio GroupShare veröffentlicht. Die teamübergreifende Zusammenarbeit und gemeinsame Nutzung von Translation Memorys und Terminologie wird jetzt dank der neuen Funktionen von GroupShare 2014 noch einfacher. Ein optimierter Prozess für die Aufgabenverteilung, Benachrichtigungen und die Projektverfolgung unterstützt Projektmanager dabei, höhere Effizienz und Qualität bei der täglichen Arbeit zu erzielen.

30 Jahre TRADOS

2014 feiert TRADOS sein 30-jähriges Bestehen. Die Marke TRADOS wurde am 26. September 1984 ins Leben gerufen und hat sich über die letzten 30 Jahre hinweg zum Namensgeber für Tools für computergestützte Übersetzung (CAT) entwickelt.

TRADOS ist mittlerweile ein weltweiter Industriestandard. Im Laufe dieser 30 Jahre gab es viele Wettbewerber, die versucht haben, die Features und Funktionen dieses erstklassigen Produkts nachzuahmen.

Die von TRADOS begonnene Innovationstradition in der CAT-Tool-Produktentwicklung wird heute dank SDL Trados Studio und seiner innovativen Funktionen sowie durch die Weiterentwicklung der gesamten SDL-Produktplattform für höhere Übersetzungsproduktivität fortgeführt.

Übersetzungssoftware der nächsten Generation

2015 erlebten wir nicht nur das 30. Jubiläum von Trados, sondern auch die Einführung von SDL Trados Studio 2015. Mit der erweiterten Personalisierung und einer beeindruckenden Benutzeroberfläche setzte Studio 2015 erneut neue Maßstäbe für CAT-Tools. Produktivität stand im Mittelpunkt von Studio 2015 mit Funktionen wie SDL AutoSuggest 2.0 und Retrofit. Der zunehmenden Priorisierung der Qualität innerhalb der Branche trug Studio 2015 mit der Einführung von Translation Quality Assessment (TQA) zur Messung und Beurteilung der Übersetzungsqualität Rechnung.

2015 erschien auch SDL Trados GroupShare 2015, das Projektmanagern die Verwaltung einer großen Anzahl von Übersetzungsprojekten erleichtert. Durch die Erweiterung der GroupShare REST API konnten Funktionen rund um Zuweisungen sowie Entwicklungen der Benutzererfahrung erweitert werden, durch die sich die Arbeit mit GroupShare einfacher als je zuvor gestaltete.

Anfang 2016 wurde SDL Passolo 2016 veröffentlicht. Dieses marktführende Softwarelokalisierungs-Tool steigerte durch erweiterte Unterstützung für Android die Produktivität und Qualität für mobile Formate. Die SDL Passolo 2016 Collaboration Edition bot optimierte Projektsynchronisierung bei der Arbeit mit verteilten Übersetzungsprojekten sowie eine noch anwenderfreundlichere moderne Benutzeroberfläche.

Ebenfalls 2016 erfolgte das Re-Branding von SDL OpenExchange als ADL AppStore. SDL AppStore baut auf dem Erfolg von SDL OpenExchange auf und bietet allen SDL Kunden vielfältige Möglichkeiten zur Erweiterung der Software und Optimierung der Benutzererfahrung. 

Im Jahresverlauf wurden die Ergebnisse der SDL Umfrage Wohin gehen die Trends in der Übersetzungsbranche? vorgestellt, die auf den Antworten von 2.784 freiberuflichen Übersetzern, Sprachdienstleistern und Unternehmen aus 115 Ländern beruhen. Durch die Umfrage wurden fünf zentrale Erkenntnisse zu Trends bei Übersetzungstechnologien aufgedeckt: Qualität, Produktivität, neue Arbeitsweisen, Integration und Benutzererfahrung.

Im letzten Jahresquartal 2016 erschien SDL Trados Studio 2017 mit zwei große Neuerungen – AdaptiveMT, die maschinelle Übersetzungs-Engine mit Selbstlernfunktion, und upLIFT-Technologie. Diese innovativen Technologien unterstützen die Übersetzungsbranche dabei, den hohen Anforderungen an Qualität und Produktivität gerecht zu werden. Weitere neue Funktionen sind beispielsweise das Zusammenführen von Segmenten selbst über harte Zeilenumbrüche hinweg, das Umkehren von Sprachrichtungen sowie – erstmals in einem CAT-Tool – SDL AutoSuggest für Chinesisch, Japanisch und Koreanisch.